Aufbau einer effektiven Trainingseinheit

Mit jeder Trainingseinheit einen Schritt näher am Trainingsziel! – Ähnlich wie bei einer Jahres-, Monats-, oder Wochenplanung wird das Training durch folgende Faktoren bestimmt: Trainingsziele, -methoden, -inhalte, -mittel und – organisation.  Jede Trainingseinheit sollte optimal gestaltet werden und einen sinnvoll strukturierten Aufbau haben, um die gesamte Effektivität zu erzielen. Dabei hat die Qualität jeder einzelnen Trainingseinheit Auswirkung auf die gesamte Entwicklung des Pferdes.

Oberstes Ziel jedes Trainings sollte maximales Tierwohl und minimaler körperlicher Verschleiß bei hoher Leistungsfähigkeit sein. Ich möchte ein zufriedenes, gesundes Pferd durch effiziente und motivierende Arbeit erhalten.

Welche Rolle spielt das Aufwärmen in Hinsicht auf die sportliche Leistungsfähigkeit? Ist es notwendig sein Pferd abzuwärmen? Wie gestaltet man die Hauptphase am effektivsten?

Eine Trainingseinheit ist folgendermaßen aufgebaut:

Das Aufwärmen steht in jeder Trainingseinheit an erster Stelle. Langsam steigernde Belastung, um physisch und psychisch auf die Arbeit vorzubereiten. Das Herz – Kreislaufsystem wird aktiviert und alle biologischen Systeme (Gelenke, Bänder, Muskeln, Sehnen) gelockert und erwärmt. Gelenkflüssigkeit wird vermehrt produziert, welche als Stoßdämpfer für die Gelenke wirkt– die Aufwärmphase dient also der Verletzungsprophylaxe!

Die effektive Lösungsphase – Ziel von jedem Aufwärmen

Was ist die Lösungsphase? Im Grunde gehört diese zum Aufwärmtraining. Der reiterliche Einfluss beginnt – Muskeln, Gelenke, Sehnen und Bänder werden gelockert und erwärmt, also vorbereitet auf die weitere Arbeit in der Hauptphase.Ziele der Lösungsphase sind Takt, Losgelassenheit, Schwung und Motivation.

Der Inhalt und die Dauer ist bei jedem Pferd individuell, so gilt es herauszufinden welche Lösungsarbeit für das jeweilige Pferd am effektivsten ist:manche Pferde lösen sich während des ersten Galopps, andere während der vorwärts – abwärts Bewegung im Trab.

Das Aufwärmen nutzen um den Charakter auszugleichen – ein faules Pferd fleißiger machen, ein angespanntes entspannen oder ein fleißiges Pferd regulieren und somit die richtige Arbeitseinstellung erhalten.

Wichtige Aspekte der Lösungsphase sind anatomische und physiologische Voraussetzungen, Ausbildungsstand und Alter des Pferdes, sowie der Qualifikation des Reiters – gutes und bewusstes Reiten dient der Gesundheitsprophylaxe! (Bsp: ein Pferd mit einem sehr langen Rücken hat mehr Schwierigkeiten diesen zufrieden aufzuwölben,als eins mit einem etwas kürzeren Rücken.)

Mit folgenden Elemente lässt sich eine erfolgreiche Lösungsphase selbst überprüfen: das Pferd ist gut bzw. besser zu sitzen, es lässt sich auf beiden Seiten gut stellen, es sucht die Anlehnung und das Pferd schnaubt ab. Eine gelungene Lösungsphase sorgt für einen leichten und fließenden Übergang in das Anschlusstraining der einzelnen Manöver.

Das Wichtigste zum Hauptteil:

Der Hauptteil besteht aus mehreren Trainingsbausteinen, welche in Einklang mit der längerfristigen Zielsetzung stehen und in einer trainingsmethodisch sinnvollen Reihenfolge aufeinander aufbauen.Dabei spielt das Prinzip der richtigen Belastungsfolge eine essentielle Rolle: Am Anfang stehen Übungen, welche physisch bzw.psychisch anspruchsvoll sind und einen ausgeruhten Zustand erfordern.So kommen Technikübungen zu Beginn der Trainingseinheit, Ausdauer und bekannte Übungen danach. Jeder Trainingsbaustein beinhaltet einen thematischen Schwerpunkt mit einem klar formulierten Ziel: Technik, Koordination oder Kondition. Die Dauer beträgt je nach Schwerpunkt ca. 10 bis 20 Minuten (Richtwert). Der Hauptteil einer Trainingseinheit kann aus mehreren Bausteinen bestehen.

Hierzu ein Beispiel einer möglichen Trainingseinheit: Ich möchte mit meinem Pferd an dem Spin arbeiten. Nach dem Aufwärmen und der Lösungsphase nutze ich die volle Konzentration und Ausgeruhtheit des Pferdes, um an diesem Element zu arbeiten,bevor ich zu bekannten Übungen, wie beispielsweise Stangentraining und anschließend der Galopparbeit übergehe.

Eine vorhandene Arbeitseinstellung steht immer im Vordergrund: ich verlange keine komplexen Übungen von meinem Pferd, wenn es unaufmerksam und unkonzentriert ist. Bevor ich in so einem Fall schwierige oder neue Übungen abfrage konzentriere ich mich auf einfache und bekannte Übungen, um die Aufmerksamkeit und richtige Arbeitseinstellung des Pferdes zu erhalten.Denn ein angespanntes Pferd ist weitaus weniger leistungsfähig als ein entspanntes, ausgeglichenes Pferd.

Der Abschluss : Cool – down

Während des Abwärmens wird die Belastungsintensität gegenüber des Hauptteils reduziert und die Erholung und Wiederherstellung vorbereitet. Die Muskulatur wird entspannt und es kommt zur Entmüdung nach der Trainingsbelastung. Durch eine langsam abklingende Belastung werden Stoffwechselendprodukte, welche bei hoher Belastung in der Muskulatur angehäuft werden schneller abgebaut, sodass sich die Erholungsfähigkeit und auf lange Sicht die Leistungsfähigkeit deutlich verbessert.

Ein freudebetonter, positiver Abschluss motiviert das Pferd für die folgende Trainingseinheit. Ich schließe das Training gerne mit einer kleinen Schrittrunde im Gelände ab.