Ausgleichssport zum Reiten?

Wir verlangen von unseren Pferden im täglichen Training enorme Leistung – sowohl körperlich als auch mental. Aber wie sieht‘s mit unserer körperlichen und mentalen Fitness aus?

Durch mein Studium habe ich eine extrem große Anzahl an Ausgleichssportarten, welche mich in allen Bereichen fordern: Kraft, Ausdauer, Koordination, aber auch Konzentration! Komponente, welche auch zum Reiten bzw. Pferdetraining vorhanden sein sollten und geschult werden sollten. Aber wofür das Ganze?

Ich möchte jedem Pferd beim Reiten gleichermaßen gerecht werden. Das bedeutet, dass ich von mir selbst erwarte, körperlich und mental bei bestmöglicher Leistungsfähigkeit zu sein – egal, ob ich das erste, fünfte, oder achte Pferd an einem Tag reite!

In jeder Sportart werden einige Muskelgruppen vermehrt belastet, andere wiederum fast gar nicht, sodass sich „Schwachpunkte“ entwickeln. Diese Defizite entwickelt nahezu jeder (Leistungs)sportler, wenn er kein Ausgleichssport betreiben würde!

Beim Reiten werden extrem viele Muskeln gleichzeitig beansprucht und eingesetzt – es ist also eine sehr komplexe und koordinativ anspruchsvolle Sportart. Jeder Reiter sollte ein gutes Körpergefühl besitzen, um dem Pferd im Training bestmöglich Hilfen geben zu können – ein Faktor, welcher auf jeden Fall leistungsbeeinflussend ist.

Eine aufrechte Haltung ist nicht nur beim Reiten wichtig, sondern auch im Alltag. Sie beugt Rückenschmerzen, Verspannungen und andere körperliche Beschwerden vor. Dafür ist eine ausgeglichene Rumpfmuskulatur essentiell. Oftmals ist die (untere) Rückenmuskulatur ausgeprägter als die Bauchmuskulatur, sodass es zu muskulären Dysbalancen (Ungleichheiten) kommt.

Beim Reiten werden hauptsächlich die gleichen Muskeln beansprucht, sodass es zum einen sehr sinnvoll ist diese zu dehnen und zu mobilisieren, um flexibel zu bleiben, und zum anderen die kaum beanspruchten Muskeln, wie z.B. Oberschenkelaußenscheite und Gesäßmuskulatur in der Ausgleichssportart gezielt zu trainieren.

Meine persönlichen Lieblingsausgleichssportarten:

  1. Laufen gehen – für mich perfekt, da es die Grundlagenausdauer trainiert und den Kopf frei macht, sodass man entspannt aufs Pferd steigen kann. Laufen zusammen mit dem Pferd ist gleichzeitig ein guter Trainingsausgleich fürs Pferd. (Thema „Trainingsausgleich“ siehe letzter Blogpost „Immer schön bei Laune halten“.)
  2. Krafttraining – gut trainierte Bauchmuskeln sind entscheidend für die Stabilität der Wirbelsäule und somit für die aufrechte Haltung. Um den zuvor genannten Dysbalancen und Schwachstellen vorzubeugen eignet sich ein spezifisches Krafttraining bzw. Stabilisationstraining.
  3. Yoga – hierbei wird nicht nur Beweglichkeit und Koordination geschult, sondern auch mentale Stärke. Man lernt sich auf Geist und Körper zu konzentrieren und somit sein Körpergefühl und die Balance zu verbessern. Außerdem erfordern viele Übungen Ruhe und Geduld – 2 Komponenten, welche auch beim Reiten unumgänglich sind!

Ausgleichssport zum Reiten sollte also auf keinen Fall unterschätzt werden! Das Wichtigste ist dabei aber natürlich nach wie vor, dass man eine Sportart betreibt die einem Spaß macht, denn nur so übt man diese regelmäßig aus, sodass es auf lange Sicht zu stetiger Verbesserung kommen kann!